Wie prüfst du eine KI-Antwort, bevor du sie verwendest?
Torsten Schollmayer
Du fragst die KI, wie du ein Vorhaben angehen sollst. Die Antwort klingt schlüssig. Bevor du danach handelst, musst du wissen, welche Angaben stimmen und welche Annahmen dahinterstecken. Ein Beispiel zeigt, wie du das prüfen kannst.
Die Illustration verbindet eine offene Frage mit einem Haken.
Stell dir vor, du möchtest die Website deines Unternehmens erneuern. Du beschreibst der KI, was die Seite zeigen soll, und lässt dir einen Ablauf vorschlagen. Sie nennt die Aufgaben und ordnet sie in eine sinnvolle Reihenfolge. Du könntest den Vorschlag jetzt an dein Team weitergeben. Vorher lohnt sich ein genauerer Blick: Ist geklärt, wer die Texte schreibt, wer die Bilder liefert und wer die fertigen Seiten freigibt?
Was setzt die Antwort voraus?
Vielleicht sieht der vorgeschlagene Ablauf vor, dass die Texte vor dem Entwurf der Seiten fertig sind. Das passt, wenn ihr bereits wisst, was ihr sagen wollt. Es passt weniger gut, wenn ihr noch über das Angebot oder die Zielgruppe sprecht. Die Reihenfolge hängt also von einer Voraussetzung ab, die in deiner Frage vielleicht fehlte.
Gehe den Vorschlag durch und frage bei jedem Schritt: Was muss dafür schon geklärt sein? Halte fest, welche Angaben du gemacht hast und was noch offen ist. Du kannst die KI bitten, ihre Annahmen zu nennen. Ob diese Annahmen zu deinem Unternehmen passen, prüfst du mit den Menschen, die die Aufgabe kennen.
So prüfst du den Vorschlag
01
Was wird vorausgesetzt?
Die Texte sollen fertig sein. Habt ihr schon geklärt, was die Seite sagen soll?
02
Was lässt sich bestätigen?
Bilder und Texte sollen rechtzeitig vorliegen. Prüfe das mit den zuständigen Menschen.
03
Was würde ein Fehler bewirken?
Du willst einen Termin zusagen. Kläre zuerst, ob das Team den Ablauf einhalten kann.
Die Grafik greift das Website-Beispiel auf. Wie gründlich du prüfst, hängt auch davon ab, was du mit der Antwort vorhast.
Welche Angaben kannst du überprüfen?
Im nächsten Schritt prüfst du die Aussagen, auf denen der Ablauf beruht. Sind die vorhandenen Bilder für die neue Website nutzbar? Können die zuständigen Menschen die Texte tatsächlich bis zum geplanten Termin liefern? Das klärst du anhand der vorhandenen Unterlagen und im Gespräch mit deinem Team. Eine weitere Antwort der KI bestätigt diese Angaben noch nicht.
Für einen Vorschlag gibt es oft mehrere vernünftige Wege. Frage deshalb auch nach dem Grund für die Reihenfolge. Warum sollten die Texte zuerst fertig sein? Welche Aufgabe würde sich verzögern, wenn ihr anders vorgeht? Prüfe, ob die Erklärung zu euren tatsächlichen Abhängigkeiten passt. So erkennst du, welche Teile des Vorschlags du übernehmen kannst und wo ihr gemeinsam weiterdenken müsst.
Was passiert, wenn du dich irrst?
Wenn du den Vorschlag zunächst mit deinem Team besprichst, können alle Beteiligten fehlende Angaben ergänzen. Sagst du auf dieser Grundlage bereits einen Veröffentlichungstermin zu, verlassen sich andere Menschen darauf. Dann solltest du vorher mit ihnen klären, ob die Aufgaben und Termine realistisch sind. Überlege, wer von einem Fehler betroffen wäre und was du später noch ändern könntest.
Du kannst weiterarbeiten, wenn du die wichtigen Voraussetzungen geprüft hast und sagen kannst, was noch offen ist. Gib diese offenen Punkte zusammen mit dem Vorschlag weiter. So kann dein Team erkennen, worauf es sich verlassen kann und was ihr noch klären müsst. Die Entscheidung, den Ablauf zu verwenden, triffst du. Deshalb gehört die Prüfung zu deiner Arbeit mit KI.